Medikamentöse Behandlung bei ADHS
Die medikamentöse Behandlung bei ADHS in unserer Praxis in Trier ist ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts und erfolgt immer auf Grundlage einer sorgfältigen ADHS-Diagnostik. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, zentrale ADHS-Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und innere Unruhe zu reduzieren und die psychotherapeutische Arbeit sowie den Alltag zu erleichtern.
Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie orientiere ich mich an aktuellen medizinischen Leitlinien und setze ein strukturiertes 3-Stufen-Behandlungsmodell ein. Die Auswahl und Anpassung der Medikation erfolgt individuell und in enger Abstimmung mit den Patientinnen und Patienten bzw. bei Kindern und Jugendlichen auch mit den Eltern.
Das 3-Stufen-Modell der medikamentösen ADHS-Behandlung
Stufe 1: Erstlinienmedikation
In der ersten Behandlungsstufe kommen Medikamente zum Einsatz, die als Mittel der ersten Wahl gelten. Diese haben sich in der Behandlung von ADHS wissenschaftlich bewährt und werden häufig eingesetzt. Ziel ist eine deutliche Verbesserung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Selbststeuerung bei möglichst guter Verträglichkeit. Hierfür kommen Medikamente wie Methylphenidat (z.B. Medikinet© oder Ritalin©) oder Lisdexamfetamin (z.B. Elvanse©) zum Einsatz. Bei bestehenden Gegenanzeigen oder Bedenken bzw. Wunsch des Patienten kann auch eine andere Stufe als Erssttherapie verwendet werden.
Die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen werden regelmäßig überprüft und die Behandlung individuell angepasst. Vor Behandlungsbeginn wird immer ein individuelles Risikoprofil erstellt sowie vorbereitende Diagnostik betrieben in Form von Blutbild -und EKG Untersuchungen.
Stufe 2: Alternativen bei unzureichender Wirkung oder Verträglichkeit
Wenn die Erstlinienmedikation nicht ausreichend wirksam ist oder nicht gut vertragen wird, kommen alternative medikamentöse Optionen zum Einsatz. Diese können insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Begleiterkrankungen bestehen oder bestimmte Symptome im Vordergrund stehen. Hierfür kommen Medikamente wie Atomoxetin (z.B. Strattera©) zum Einsatz.
Auch in dieser Stufe erfolgt die Behandlung engmaschig begleitet und orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen der Betroffenen.
Stufe 3: Individuelle Kombinationen und spezialisierte Strategien
In der dritten Stufe werden individuelle Behandlungsstrategien entwickelt. Dazu können angepasste Medikationskonzepte oder Kombinationen gehören, insbesondere bei komplexen Verläufen oder zusätzlichen psychischen Belastungen. Auch manche Antidepressiva können eine Wirkung bei ADHS haben wie beipielsweise Venlafaxin oder Bupropion, wobei man hierbei dann aber von einer "off-label" Behandlung spricht. Diese Stufe erfordert eine besonders sorgfältige fachärztliche Begleitung.
Kombination von Medikation und Psychotherapie
Die medikamentöse ADHS-Behandlung ist am wirksamsten, wenn sie mit einer verhaltenstherapeutischen Psychotherapie kombiniert wird. Medikamente können helfen, Symptome zu stabilisieren, während die Psychotherapie Strategien für den Alltag vermittelt und langfristige Veränderungen unterstützt. Die Entscheidung für oder gegen eine medikamentöse Behandlung wird stets gemeinsam getroffen und regelmäßig überprüft.